Relaxen vor schönen Inseln
Die Anreise erfolgt über Amsterdam und St. Maarten nach Tortola. Natürlich klappt das wieder mal nicht mit dem Anschluss, weil dieses Mal KLM zu spät abfliegt. Also verbringen wir eine Nacht in St. Maarten.
Das Schöne an den Virgins ist, dass man wie auf einem Binnenmeer segeln kann, egal wie der Wind steht, eine der Inseln liegt immer günstig. Da wir in diesem Jahr den Törn mehr als Erholungstour denn als Segel-Arbeit geplant haben, ist das genau richtig.
Einen Tag später übernehmen wir bei SunSail in Maya Cove unser Segelboot ‚Mandelayas Child', eine Hunter 376. Wir, das sind unser Skipper Willi, mit Frau Anette, Margot und Dieter (MacMuhn), die sich schon von Botswana und Martinique kennen, dazu Gun, die mit den beiden ersten jährlich auf dem Ijsselmeer segelt. Beim Checken des Bootes stellen wir fest, dass das Rollsegel klemmt, man gibt uns vielfältige Erklärungen, warum das so ist. Willi besteht darauf, ein funktionierendes Großsegel zu bekommen, also warten wir noch einen Tag. Inzwischen haben wir unsere Vorräte an Bord gebracht.
Am 4. Tag segeln wir dann endlich los bei schwachem zweier Wind nach den Baths auf Virgin Gorda. Dort schnorcheln wir; ich gehe später noch den recht interessanten Weg durch die Felsenhöhlen, eine Touristenattraktion. Am späten Nachmittag segeln wieder nach Westen, nach Marina Cay, nördlich Beef Island. Es wird eine windige und unruhige Nacht, weil wir wegen vieler Schiffe nicht mehr in der Landabdeckung ankern konnten.
Tag 5 bringt uns zum North Sound, das ist das Gewässer vor der Nordküste von Virgin Gorda. Vor der kleinen Insel Mosquito Island nehmen wir bei Drakes Anchorage eine Boje zum Mooring. Auf der Insel gibt es einen Weg, der zu einem sehr schönen Palmenstrand führt. Dort kann man auch gut am nahen Riff schnorcheln. Am Abend haben wir dann an Bord gegrillt. Die Boote haben fast alle achtern einen Eisengrill. Wenn man am Anker oder der Boje hängt, dreht das Schiff in Windrichtung und etwaige Grillglut wird vom Boot weggeblasen. Trotzdem sieht es recht abenteuerlich aus, wenn die Flammen beim Anzünden der Grillkohle auflodern.
Am Morgen fahren wir dann durch den North Sound vorbei am Bitter End Yacht Club und mooren vor Saba Rock, das ist ein Felsen, der mit einem Hotel und Restaurant bebaut ist. Vom Essen dort hatten wir uns allerdings mehr versprochen. Am Nachmittag nehmen wir noch an einer Einweisung teil zu einem Törn nach Anegada, der nördlichsten Virgin Insel, dies ist zwingend bei SunSail, wenn man seinen Versicherungsschutz im Falle eines Riff-Crashs nicht verlieren will. Vor Anegada liegen schon *zig Schiffe im Riff.
Im Konvoi segeln wir am Morgen nach Norden. Anegada ist eine sehr flache, nur 10 Meter hohe Insel mit herrlich blauem Wasser. Bekannt ist die Insel wegen ihrer guten Lobster. Der Preis von 40 US Dollar hemmt unsere Lust allerdings gewaltig, unsere gegrillten Hühnerbeinchen waren auch nicht schlecht.
Der 8. Tag. Wir segeln nach Spanish Town, der ehemaligen Hauptstadt auf Virgin Gorda. Wir bleiben in der Bucht, außerhalb des Hafens, an einer Boje liegen. Dort warten wir auf SunSail Techniker, die unser Segel, es klemmt schon wieder und ist nur mit der Winsch mühsam zu rollen. Mit dem Dingi fahren Margot und ich in den Hafen, um ein paar Einkäufe zu tätigen, natürlich fallen auch ein paar Cocktails dabei ab. Da gibt es übrigens sehr leckere Sachen.
Unser Segel ist dieses Mal voll funktionsfähig, man hat den Fehler gefunden, ein Seilende hatte sich in der Aufrollschnecke verklemmt.
Tag 7 und 8 segeln wir im Sir Francis Drake Channel. Wir ankern in verschiedenen Buchten zum Schnorcheln, Salt Island Bay, The Bight auf Norman Island. Im Rhode Marina Park liegt das Wrack der Rhône, es ist gut zu sehen und man kann die Taucher beneiden, welche viel näher an Schiffswrack kommen.
Heute fahren wir mit sehr gutem Wind zur Südwestspitze von Tortola, um Frenchmans Cay herum nach Sopers Hole, ein sehr karibisch wirkender Hafen mit schönen bunten Häusern. Auch hier benötigen wir wieder die Leute von SunSail, wir haben in unserer Kabine Wasser und die Lenzpumpe stinkt wie eine Kloake. Alles wird gereinigt. Am Abend sitzen wir bei schöner Musik zum Essen im Restaurant Pusser's Landing, hier ist das Essen hervorragend.
Heute ist es nicht das Boot,welches schwankt, weil wir am Steg liegen.
Der 10. Tag bringt uns nach Jost Van Dyke, nördlich Sopers Hole, Wir steuern zuerst das kleine Sandeiland Sandy Spit vor der Ostspitze Little Jost Van Dykes an, sieht aus, wie eine Südseeinsel. Dann liegen wir früh im Great Harbour. Wegen der Fallwinde dort, legen wir heute auch unseren zweiten Anker, sicher ist sicher! Nach dem Essen an Bord fahren wir Fünf mit dem Dingi zu Foxis Bar, wo wir noch mal die Qualität der verschiedenen Drinks testen.
Wir segeln wieder zurück, legen zum Einkaufen noch mal eine Pause in Sopers Hole ein und skippern dann weiter nach Peter Island. In der Sprat Bay übernachten wir, kann man vergessen, dort steht ein Nobelhotel, man darf nicht ins Wasser und nicht an Land, nur ins Restaurant.
Tag 12, wir segeln wieder ostwärts nach Cooper Island, verbringen dort ein paar Stunden mit Schnorcheln und Entspannung, ein schöner Palmenstrand, leider aber auch viele Touristen. Am Nachmittag erreichen wir Road Town, die Hauptstadt der British Virgin Islands auf Tortola, dort liegen wir wieder am Steg.
Mit einem Umweg über Cooper Island, Manchioneel Bay erreichen wir am letzten Segeltag wieder unsere Marina in Maya Cove. Das Schiff wird abgenommen, dann heißt es Packen und am Abend großes Reste-Essen. Ein schöner Urlaub geht zu Ende. Wir haben uns gut verstanden an Bord. Das Wetter war hervorragend, die Inseln sind wie man sie erträumt und die Menschen freundlich und fröhlich
Der letzte Tag: 6 Uhr aufstehen, Frühstück, Fahrt zum Flugplatz auf Beef Island. Dann rüber nach St. Maarten, dort haben wir 6 Stunden Übergangszeit. In Ermangelung einer Gepäckaufbewahrung oder der Möglichkeit einzuchecken, nehmen wir für 30 Dollar einen Mietwagen und sehen uns die Insel an.
Dann Heimflug
|